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augenoptik + optometrie

Siehst du nur oder blickst du durch?

Ein Augenarzt ist Mediziner, kein Augenoptiker  

Gut, wenn sich Kompetenzen ergänzen!

Der Augenarzt lernt in seiner Facharztausbildung Krankheiten
des Auges zu diagnostizieren und zu therapieren. Nach Eröffnung
einer eigenen Praxis stellt er jedoch überrascht fest, dass die
Patienten überwiegend nicht wegen einer Augenkrankheit zu
ihm kommen, sondern weil sie ein Sehproblem haben bzw. eine
Brillenüberprüfung wünschen.

Nun hat er von der Refraktionsbestimmung (Augenglasbestimmung) nur in ein bis zwei Wochenendkursen gehört und ist
nicht annähernd so fachspezifisch wie die Augenoptiker ausgebildet worden, deren Ausbildungszeit hierfür zwischen zwei
bis drei Jahre dauert.

Diesen Mangel an augenoptischen, für eine fachlich richtige Refraktionsbestimmung unbedingt notwendigen Kenntnissen,
wird der Augenarzt meist nie beseitigen können. Seine Existenzangst kann zudem dazu führen, seine Wissenslücke nicht
zuzugeben, weil Patienten möglicherweise nicht mehr wegen einer Brille zu ihm, sondern direkt zum Augenoptiker gehen
könnten.

Dabei würde sich hier die sinnvolle Aufgabenteilung anbieten:
Wegen der Refraktionsbestimmung zum Augenoptiker
und vorher oder nachher Vorsorge, Diagnose und Therapie durch den Augenarzt. Aber leider geht das wohl noch nicht.
Es wird seit etwa einhundert Jahren und weiterhin das Gebiet der Refraktionsbestimmung mit fast kriegerisch anmutenden
Mitteln
um jeden Preis verteidigt.

klick!
    Trotzdem gehen immer mehr mündige und kritische Patienten und Kunden nach dieser
    einzig sinnvollen Arbeitsteilung vor, angeregt auch durch schlechte Erfahrungen mit
    nicht optimalen augenärztlichen Brillenrezepten.



Es scheint für uns Menschen und besonders für uns Ärzte einfacher zu sein, lieber die Arbeit anderer scheinbarer Konkur-
renten niederzumachen
, als eigene Wissenslücken zu akzeptieren. Anzetteln von juristischen Plänkeleien, das Führen
von sogenannten schwarzen Listen und das Initiieren von berufspolitischen Schau-Prozessen ist leichter als fachliche
Auseinandersetzung".

Autor :         Dr. med. Uwe Wulff - Augenarzt und Augenoptikermeister - Berlin
Quelle:
        Homepage von Dr. Wulff vom 12.06.2007




Refraktionsbestimmung und Brillenfertigung aus einer Hand senkt die Komplikationsrate

,,Ein Augenarzt ist Mediziner, kein Augenoptiker"! Diese Ansicht äußert Dr. Werner D. Bockelmann, Augenarzt und
Medizinjournalist aus Frankfurt in der Ausgabe „Der Augenspiegel“ 04/2007.

Auf die Frage nach der Fähigkeit der Brillenanpassung durch Augenärzte antwortet Dr. Bockelmann:
„Anpassen beginnt mit der Bestimmung des optimalen Augenglases (Refraktionsbestimmung). Und da wird man mir kaum
widersprechen können, dass die Augenoptiker uns Augenärzten im Wissen weit überlegen sind. Sie haben schließlich eine
jahrelange Ausbildung hinter sich gebracht. Bei uns gibt es den Schober-Kurs, der sicher hervorragend ist. Aber für eine
richtige Messung (Refraktionsbestimmung) reicht das nicht wirklich. (....)"

 


Studie vergleicht „Primary Eye Care“

Ohne Augenoptiker/Optometristen ist eine qualitativ hochwertige primäre Versorgung im Bereich des Sehens
in Deutschland nicht gewährleistet.


Die vor kurzem in Berlin vorgestellte internationale Studie von Professor Dr. Jürgen Wasem (Lehrstuhl für Medizin-
management der Universität Duisburg-Essen) belegt mit ihrem Ergebnis ein wichtiges Thema für die primäre Augen-
versorgung („Primary Eye Care“) in Deutschland: Qualitativ unterscheidet sich die primäre Versorgung von Augenoptikern/
Optometristen nicht von der Untersuchung eines Augenarztes.

Jedoch wäre die
Versorgung in Deutschland wesentlich schlechter, dürften Augenoptiker keine Refraktions-
bestimmung (Augenglasbestimmung) durchführen und sich nicht auf dem Gebiet der „Primary Eye Care“ fort-
bilden.

Der Europäische Rat für Optometrie und Optik (ECOO) hatte die Untersuchung der verschiedenen Versorgungs-Modelle
mit und ohne Beteiligung von Augenärzten in Auftrag gegeben. Als Vergleichsländer dienten wegen ihrer ähnlichen
Bevölkerungszahl und Wirtschaftskraft England, Frankreich und Deutschland. In allen diesen Ländern ist eine qualitativ
hochwertige Versorgung gewährleistet. Während in Frankreich aber hauptsächlich Augenärzte die erste Anlaufstelle bei Sehproblemen sein dürfen, ist in England ein reines Optometristen-Modell für die absolut gleichwertige Versorgung verantwortlich. In Deutschland verordnen die Augenoptiker etwa 73 Prozent ihrer gefertigten Brillen und nehmen
67 Prozent der erstmaligen Kontaktlinsenanpassungen vor.

Eine qualitativ vergleichbare Versorgung wäre in Deutschland ohne Augenoptiker/Optometristen nicht gewähr-
leistet.

Um für die Zukunft und den demographischen Wandel mit zunehmenden altersbedingten Augenerkrankungen gut aufgestellt
zu sein, sind Fortbildungen und Zusatz-Qualifizierungen bei den Augenoptikern weiterhin nötig. Bestmöglich ausgebildet
können sie als erster Ansprechpartner für den Fehlsichtigen heute und in Zukunft die Zunahme von Korrektionsfehlern und
Augenkrankheiten versorgen, unabhängig von einem eventuellen Augenarztmangel. Dazu sollte die Politik gesetzliche
Rahmenbedingungen schaffen.

Autor:
    Ingo Rütten Zentralverband der Augenoptiker (ZVA)
Quelle:   Prof. Dr. Jürgen Wasem Universität Duisburg-Essen (Lehrstuhl für Medizinmanagement)
               
Europäische Rat für Optometrie und Optik (ECCO) vom: 16.12.2011