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augenoptik + optometrie

Siehst du nur oder blickst du durch?

Presse berichtet über lange Wartezeiten beim Augenarzt

Differenziertes Denken bei Augen- und Sehproblemen sorgt für kürzere Terminvergaben

Gesunde Menschen die keiner Risikogruppe angehören, sollten bei Sehproblemen
einen kompetenten und vertrauenswürdigen Augenoptiker aufsuchen.
Durch diese
Vorgehensweise werden Terminvergaben und Wartezeiten beim Augenarzt für
potentiell Augenkranke und Risikogruppenangehörige erheblich verkürzt. 

Dies wird auch vom Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Rhein-Berg Dr. Wiemer, als Lösungsvorschlag gegen
lange Wartezeiten unterstützt! In einem sich verändernden Gesundheitswesen spielen Synergien im Verhältnis Kunde/
Patient - Augenoptiker - Augenarzt,
alleine schon aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und Effektivität eine immer wichtigere
Rolle. Auch die aktuelle Facharzt
termin-Problematik sollte zu neuem Denken Anlass geben. 



Das lange Warten auf den Arzttermin  

Eine Antwort, die verwunderte: Nein, in diesem Jahr könne sie keinen Termin mehr beim Augenarzt bekommen,
erfuhr eine erstaunte Mutter aus Kalkar, als sie nachfragte, wann sie mal mit ihrer Tochter vorbeikommen könne,
um überprüfen zu lassen, ob deren Brille noch die richtige Glasstärke habe. Sofort rief die Mutter bei der RP an.

Keine Unterversorgung

Nachfrage bei Dr. Brigitte Schmelzer. Sie ist schließlich nicht nur Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung, sondern
selbst Augenärztin, hat ihre Praxis in Goch. Kann das sein, Frau Dr. Schmelzer? Ja, das kann!

Die Medizinerin gestern im RP-Gespräch auf die Frage, ob es eventuell eine Unterversorgung mit Augenärzten im Kreis-
gebiet gebe: „Nach Zahlen gibt es die nicht. Es muss, so die Vorgaben auch der Kassen, einen Augenarzt je 23 000
Einwohner geben. Das ist bei uns überall der Fall. Aber Sie müssen auch sehen: Trotzdem gibt es in Großstädten eine
wesentlich dichtere Versorgung, in Düsseldorf beispielsweise um 100 bis 200 Prozent besser als bei uns im Kreis Kleve.“

Und – ist vielleicht die Nachfrage nach augenärztlichen Fach-Leistungen gestiegen? Dr. Schmelzer: „Mit Blick auf den
demographischen Wandel im Lande, mit Blick darauf, dass es immer mehr Menschen gibt, die immer älter werden, ganz
sicher. Aber die gesetzlichen Krankenkassen sehen keine Veranlassung, am ,Schlüssel’ – also ein Augenarzt je 23 000
Einwohner – etwas zu ändern. Der rührt übrigens noch aus der Seehofer-Zeit, wurde im Jahre 1993 beschlossen!“

Das leidige Kontingent

Viel entscheidender, so die Vorsitzende weiter, sei aber das Thema „Kontingente“. „Sie müssen sich vor Augen halten:
Wenn ein Facharzt nicht nur konservative Augenheilkunde betreibt, sondern auch operiert, dann hat er von den Kassen
vorgegebene Kontingente zu beachten.“

Will also sagen: Sie machen Vorgaben für Fallzahlen. So und so viele Operationen sind üblich, mehr nicht. Vor allem bei
Ärzten, die noch nicht so lange praktizieren, könne ein solches Kontingent auch schon mal kleiner ausfallen. „Und dann
haben Sie es ganz, ganz schnell überschritten!“, so Dr. Schmelzer. „Und Sie müssen, irgendwie, für Ausgleich sorgen.
Das können Sie vielleicht dadurch tun, dass Sie weniger Ihrer Zeit für konventionelle Untersuchungstermine aufwenden.“

Der Arzt, das faule Wesen? Dr. Schmelzer: „Mitnichten! Aber wir wären ja schon froh, wenn wir von den gesetzlichen
Krankenkassen überhaupt das bekämen, was wir für die Patienten tatsächlich leisten!“ Das sei aber schon lange nicht mehr
so. Und: Die Lage der Ärzte werde sich noch weiter verschlechtern.

Quelle: Rheinische Post / Region Kleve vom 09.05.2007
Autor:   Thomas Claassen
 
 


Leserbrief von Paul Thoneick zu Artikel in der RP:

Synergien nutzen, damit Wartezeiten beim Augenarzt verkürzt werden

In einem sich verändernden Gesundheitswesen spielen Synergien im Verhältnis Kunde/Patient - Augenoptiker -
Augenarzt
,
auch aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und Effizienz, eine immer wichtigere Rolle.  

Insgesamt tragen derzeit 62% der Bundesbürger eine Brille. Das sind 40,4 Millionen Erwachsene über 16 Jahre und
1,5 Millionen Kinder. Hauptursachen für ein eingeschränktes oder schlechtes Sehvermögen sind Sehfehler der Augen
(etwa 96%). 
Ein Sehfehler ist keine Krankheit, die geheilt wird, sondern ein optisch-physiologischer Fehlzustand der
Augen, der ohne Inanspruchnahme eines Augenarztes von einem Augenoptiker mit einer Refraktionsbestimmung
(Augenglasbestimmung) professionell korrigiert werden kann.                                                                 

Deshalb sollten gesunde Menschen, die keiner Risikogruppe angehören, bei Sehproblemen und in allen
Belangen des guten Sehens zuerst einmal einen kompetenten Augenoptiker aufsuchen.
 Durch diese Vorgehens-
weise werden Wartezeiten beim Augenarzt für Augenkranke und Risikogruppenangehörige erheblich verkürzt.

Die dadurch freigesetzten Ressourcen könnten für eine gerechtere Honorierung rein medizinischer Leistungen
verwendet werden. Dies würde auch zu einer qualitativ besseren medizinischen Versorgung und Betreuung der
Patienten führen. 

Wenn aber gesunde Menschen, die keiner Risikogruppe angehören, wegen eines Sehproblems den tatsäch-
lichen Kranken, bzw. Risikogruppenangehörigen die Ressourcen streitig machen und dadurch Wartezeiten von
bis zu 8 Monaten verursachen, dann wird das System der solidarischen Krankenversicherung in Frage gestellt.

Erst recht nach den Reformen muss es schon aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und Effizienz (§ 135 SGB V) zur
Integrierung und Koordinierung aller Ebenen des Gesundheitsvorsorge-Systems kommen. Es ist doch paradox, dass die
Glaukomvorsorge (Grüner Star), eine vom Patienten zu zahlende sogenannte IGeL-Leistung, jedoch die Refraktions-
bestimmung (Augenglasbestimmung)  bei Augenärzten noch Kassenleistung ist obwohl die verordneten Brillengläser bei
Erwachsenen nur in äußerst seltenen Fällen (etwa 1%) von den Krankenkassen erstattet werden.

Selbst die WHO (Weltgesundheitsorganisation) hat Gesundheit neu definiert: Das Konzept der >Gesundheit für alle<
setzt eine Neuorientierung voraus. Mehr Gewicht muss gelegt werden auf eine Integrierung aller Ebenen des Gesundheits-
vorsorge-Systems. Das Konzept der
>primären Gesundheitsfürsorge< wird in den industrialisierten Ländern häufig in einem
zu engen Sinne interpretiert, nämlich nur als eine Arztleistung, die der Bürger bei seinem Erstkontakt erhofft und erhält.
Und man vernachlässigt dabei andere Personalkategorien, die sehr wohl ihren Beitrag dazu leisten bzw. seit eh und je
geleistet haben.   

Heute beginnt sich das Berufsbild des Augenoptikers zunehmend zu wandeln. Biomedizinische Anteile, die vorher der
Augenarzt für sich besetzte, werden von Augenoptikern/Optometristen übernommen. Sie sind sozusagen das Bindeglied
zwischen Kunde/Patient und Arzt.
Wichtig ist daher die hohe Qualität der Aus- und Weiterbildung.

Im Verhältnis Kunde/Patient - Augenoptiker - Augenarzt muss ein Umdenken stattfinden! 

Autor:     Paul Thoneick, Augenoptikermeister/Optometrist  47546 Kalkar





Entspannung durch Augenoptiker/Optometristen

„Die augenärztliche Versorgung ist mangelhaft“ so titelte bereits vor eineinhalb Jahren die Frankfurter Allgemeine
Zeitung FAZ).

Ein Blick in die Regionalzeitungen bestätigt diese Einschätzung: Aktuell werden Augenärzte händeringend gesucht. Eine
Lösung für den Ärztemangel ist nicht in Sicht. Dennoch will die Berufsvertretung der Augenärzte (BVA) optometrische
Untersuchungen durch Augenoptiker verhindern. Auch wenn Augenoptiker nicht heilkundlich tätig werden dürfen, so könnte
mit ihnen die derzeitig schlechte Versorgung zumindest teilweise kompensiert werden.

Der Berufsverband der Augenärzte (BVA) und einzelne Augenärzte sind am 20. März 2012 vor dem Sächsischen Ober-
verwaltungsgericht mit dem Versuch gescheitert, ein Fortbildungsangebot der Handwerkskammer Dresden für Augen-
optiker zum Optometristen zu stoppen. Das Gericht wies die Klage ab, da Augenärzte von dem Angebot nicht in ihren
eigenen Rechten betroffen seien.

Die von den Augenärzten befürchtete Schmälerung ihrer Einnahmen falle weder in den Schutzbereich der Berufs-
Ausübung (Art. 12 Abs. 1 Grundgesetz) noch in den Schutzbereich des eingerichteten und ausgeübten Gewerbe-
betriebs (Art. 14 Abs.1 Grundgesetz). Diese Grundrechte schützten nicht vor unerwünschte Konkurrenz.“ 

Über die Entscheidung aus Bautzen kann sich der gesamte Berufsstand freuen. Denn der Augenoptiker ist heute die
erste Anlaufstelle für gutes Sehen.
Das ist keine leere Worthülse. Der optometrisch arbeitende Augenoptiker kann
aufgrund seiner Qualifikation durch eine optometrische Untersuchung erkennen, ob das Sehproblem mit einer Sehhilfe
korrigiert werden kann oder ob eine ärztliche Untersuchung angezeigt ist. Seine Aufgabe ist es nicht, Krankheiten zu
diagnostizieren. Durch seine Arbeit sorgt er jedoch dafür, dass die Kunden für Augenerkrankungen sensibilisiert werden
und dass solche vom Augenarzt tatsächlich auch rechtzeitig erkannt werden können.

Auf diesem Wege trägt der optometrisch arbeitende Augenoptiker auch zu einer Entspannung bei den Wartezeiten
der Augenärzte bei.
Die Augengesundheit der Kunden/Patienten liegt in der Verantwortung von zwei Berufsgruppen:
Den Augenoptikern und den Augenärzten. Eine konstruktive Zusammenarbeit sollte selbstverständlich sein.

Quelle:       ZVA (Zentralverband der Augenoptiker) vom 23.3.2012
Autor:         Ingo Rütten