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augenoptik + optometrie

Siehst du nur oder blickst du durch?

Kann ich durch Augentraining meine Sehschwäche wegtrainieren?

Trainieren Sie lieber im Fitnesscenter!

Können Entspannungsübungen oder "Augenmuskel-Training"
Kurzsichtigkeit bekämpfen? Schon vor etwa 70 Jahren waren
Übungen, erfunden von einem gewissen Dr. W. Bates, im Gespräch,
die das Brilletragen überflüssig machen sollten. Doch sie gerieten
lange in Vergessenheit, was nicht gerade auf ihren Erfolg
schließen
lässt. Dr. W. Bates konnte das Versprechen einer Korrektur nicht
halten.




Myopie (Kurzsichtigkeit) kann nicht wegtrainiert werden!

Das Auge wird von sechs außen ansetzenden Muskeln bewegt. Sie sind dauernd in Aktion - auch unwillkürlich, sogar während wir schlafen - und infolge des ständigen Wechsels zwischen Anspannung und Entspannung, befinden sie sich ohne jede zusätzliche Übung in bestem Trainingszustand. Um die Myopie zu beeinflussen, müssten diese Muskeln durch gleichzeitigen seitlichen Zug nach außen (zum Ohr und zur Nase) den in die Länge

gewachsenen Augapfel verkürzen. Das ist allein anatomisch schon unmöglich. Diese Behauptung von Bates, die äußeren Augenmuskeln könnten einen Einfluss auf die Myopie haben, ist also eine Irrlehre. "Entspannungsübungen" und "Augenmuskel-Training" können an einer Kurzsichtigkeit nichts ändern - das wurde auch von jenen Augenärzten, die trotz aller theoretischer Bedenken diese Übungsmethode versuchsweise bei ihren Patienten anwandten, eindeutig festgestellt.



Leichte Hyperopie (Weitsichtigkeit) und anfängliche Presbyopie (Alterssichtigkeit) kann etwas ausgeglichen werden.

Leicht Weitsichtige oder junge Weitsichtige können Ihre Fehlsichtig-keit durch Akkommodation etwas ausgleichen. Hierunter ist die Fähigkeit zur Anpassung der Brechkraft des Auges gemeint, um Gegenstände unterschiedlicher Entfernung scharf sehen zu können. Die Akkommodation wird durch die Fähigkeit ermöglicht, mit Ziliar-muskelanstrengung, die elastische Linse des Auges von einer Ellipsenform (geringere Brechkraft der Fernsicht) in eine Kugelform

(höhere Brechkraft zur Nahsicht) einzustellen. Die Flexibilität der Augenlinse und die Ziliarmuskelleistung läßt kontinuierlich nach, was zu einer Verminderung der möglichen Kugelform führt. Im Alter von 5 Jahren bildet sie Gegenstände scharf ab, die sich im Abstand von nur 8 cm vor dem Auge befinden. Mit 30 Jahren ist die Entfernung auf etwa 15-20 cm angewachsen. Mit 45 bis 50 Jahren ist es normal, dass man einen Mindestabstand von 50 cm braucht, um die Buchstaben der Zeitung evtl. noch erkennen zu können (Alterssichtigkeit). Da jedoch ein normaler Lese- bzw. Arbeitsabstand von 35-45 cm bevorzugt wird, benötigt man etwa ab dem 45. Lebensjahr eine Lesebrille. Bei entsprechender Kurzsichtigkeit ist dann im Nahbereich oft keine Brille mehr notwendig. Unkorrigierte oder falsch korrigierte Weitsichtigkeit oder Alterssichtigkeit führt mit zunehmenden Alter zu Müdigkeit, Augenbrennen mit tränenden Augen und Kopfschmerzen (Akkommodations-
krampf bzw. asthenopische Beschwerden)
.




Verwöhnt man die Augen durch Brille oder Kontaktlinsen?

Nein, das tut man nicht. Allenfalls verwöhnt man sich selbst. Denn wer einmal gut gesehen hat, wird sich kaum mit
schlechterem Sehen zufrieden geben. Bei Änderungen der Sehschärfe ist zu bedenken, dass das Auge - wie auch jedes
andere Organ - mit dem Alter wächst. Manchmal ist seine Wachstumsphase noch nicht ganz abgeschlossen, wenn der
Körper bereits seine endgültige Größe erreicht hat. Eine verschlechterte Fehlsichtigkeit ist daher keineswegs auf einen
negativen Einfluss der Sehhilfe zurückzuführen. Sie beruht einfach in einer natürlichen Größenzunahme des Augapfels.
Jeder Millimeter macht immerhin 3 Dioptrien aus. Das geringste Wachstum wirkt sich somit auf die Sehleistung aus.




Sinnvolle Übungen für gestresste Augen

Menschen, die sich im Job stundenlang auf ein Objekt konzentrieren müssen, können ein Lied von trockenen, übermüdeten und gereizten Augen singen. Folgende Übungen helfen, den gestressten Sehapparat zu entspannen:

  • Schauen Sie einige Minuten entspannt in die Ferne. Öffnen und schließen Sie dabei langsam die Augen

  • Blinzeln Sie schnell, mindestens zehn Sekunden lang

  • Rollen Sie die Augäpfel

  • Halten Sie einen Finger ungefähr 20 Zentimeter vor die Nase und fokussieren Sie ihn mit den Augen. Suchen Sie sich ein entferntes Objekt und fixieren Sie es. Lassen Sie den Blick so lange hin- und herspringen, bis es anstrengend wird


  • Schließen Sie die Augen in einer Pause für zwei bis drei Minuten. Decken Sie die Augen notfalls – ohne Druck - mit den Händen ab, um eine völlige Dunkelheit zu erreichen

Neben diesen Entspannungsübungen gibt es für Brillenträger eine spezielle Massagetechnik. Hierbei pressen Daumen und Mittelfinger einer Hand sanft auf die Nasenwurzel und der Zeigefinger drückt leicht zwischen die Augenbrauen. Die drei Finger vollführen kleine, kreisende Bewegungen. Die Massage sollte nur kurz aber mehrmals täglich angewandt werden.

Zuletzt ein Tipp für alle Bildschirmarbeiter: Verändern Sie hin und wieder ihre Distanz zum Monitor. Empfehlenswert ist ein Abstand von 50 bis 70 Zentimeter. Kontrollieren Sie zudem, dass sie nicht vor lauter Konzentration das Blinzeln vergessen. Denn nur ein steter Lidschlag hält die Hornhaut feucht genug.


 

Tipps gegen Kurzsichtigkeit bei Kindern und Jugendlichen

Schon länger ist bekannt, dass bestimmte genetische Faktoren die Kurzsichtigkeit begünstigen. Eine noch größere Rolle spielt aber die Lebensweise: Wer sich als Kind wenig draußen aufhält und viel am Computer, Smartphone
oder über Büchern sitzt, der erhöht sein Risiko für eine Kurzsichtigkeit beträchtlich. Denn Sonnenlicht fördert die Ausschüttung des Botenstoffs Dopamin im Auge und das hemmt das übermäßige Augapfel-Wachstum.

Dabei schaut das Auge meist in die Ferne und nicht in die Nähe. Grundsätzlich sollten die Augen nicht zu lange mit Naharbeit
bei eingeschränkter Helligkeit- dazu zählen Lesen und die Beschäftigung mit Computern und Smartphones - belastet werden.
Zunehmende Beanspruchung des Auges im Nahbereich und die fehlende Helligkeit rufen einen Anpassungseffekt beim
Augenwachstum hervor. Studien haben gezeigt, dass bei 45 Minuten zusätzlichem Aufenthalt im Freien bei Tageslicht,
Kinder bereits zu 30% wenig häufig kurzsichtig wurden (China). Bei 80 Minuten sogar zur Hälfte (Taiwan).

Das taiwanesische Ministerium für Erziehung hat deshalb Richtlinien erlassen, dass Kinder täglich 120 Minuten im Freien
sein sollen. Lesen muss alle 30 Minuten für mindestens 10 Minuten unterbrochen und Tische entwickelt werden, bei denen
der Leseabstand grösser ist. Seit 2012 ist deshalb die Kurzsichtigkeit in der ersten Klasse bereits von etwa 50 auf 45%
zurückgegangen. Zuvor war sie jahrelang stetig gestiegen.