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augenoptik + optometrie

Siehst du nur oder blickst du durch?

Es werde Licht 

Und es ward

Licht beeinflusst enorm unsere Stimmung. Das merkt jeder, wenn die
Tage kürzer werden: Lichtmangel ist die Ursache für Herbst- und
Winterdepression. Aber auch in den helleren Jahreszeiten leidet der
moderne Büromensch oft unter ähnlichen Symptomen. Dagegen helfen
kann es, sich gezielt einem Licht auszusetzen, das das Spektrum des
Sonnenlichts widerspiegelt.

Der Amerikaner Dr. John N. Ott, der schon vor Jahrzehnten eine Reihe Aufsehen
erregender Experimente durchführte, gilt heute als eigentlicher Pionier der
Lichttherapie. Ott gelang nämlich nicht nur der Nachweis, dass künstliches Licht
gesundheitsschädlich wirken kann. Er entwickelte zudem die ersten Leuchtstoff-
röhren, die - wie ihr großes Vorbild, die Sonne - auch ultraviolette Strahlungen
erzeugen.

Auf Otts Arbeit basieren im Prinzip die heutigen Vollspektrumlampen, die die Sonne
zu etwa 95% imitieren. Herkömmliche Glühbirnen und Leuchtstoffröhren erzeugen
ausschließlich Helligkeit; UV- und Infrarot-Strahlen, wie im natürlichen Licht enthalten,
kommen nicht vor.



Mehr Leistung durch besseres Licht

Bei Vollspektrumlicht brachten Schüler bessere Leistungen Vollspektrumlampen, so sagen Hersteller und viele Wissenschaftler, reduzieren die Ausschüttung des Hormons Melatonin, das für den Schlaf-Wach-Rhythmus zuständig ist. Gleichzeitig wird die Konzentration des Botenstoffs Serotonin und damit die Leistungsfähigkeit des Gehirns erhöht. Eine kanadische Studie mit Schulkindern belegt das. Je heller das Licht im Klassenzimmer war, desto besser waren die Leistungen. In Klassenräumen, die von UV-verstärkten Leuchtstoffröhren ausgeleuchtet waren, ging es den Schülern am besten, berichtet die Zeitschrift Balance (2/2001). Die Schüler fehlten seltener, wuchsen kräftiger und hatten weniger Karies. Eine weitere Studie am Pädagogischen Institut in Leningrad ergab, dass Schüler, die unter Vollspektrumlicht lernten, weniger Fehler als die Kontrollklassen machten. Sie reagierten zudem schneller auf Licht und Geräusche, zeigten bessere Leistungen und weniger Ermüdungserscheinungen.



Bei solchen Aussichten ist davon auszugehen, dass in Zukunft mehr Büros und Schul-
räume gezielt mit Vollspektrumlampen ausgerüstet werden. Allerdings scheuten viele
Arbeitgeber bislang die höheren Anschaffungskosten, berichtet Olis Falkenhagen von
der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), die Voll-
spektrumlicht für den Arbeitsplatz empfiehlt. Dafür hielten die Lampen aber auch
länger. Zunächst sei das Licht etwas gewöhnungsbedürftig. Dann aber gelte: "Wer
einmal umgestiegen ist, will nie wieder zurück", sagt Falkenhagen.