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augenoptik + optometrie

Siehst du nur oder blickst du durch?

Kurzsichtigkeit (Myopie)

Kurzsichtigkeit bedeutet, dass nahe Gegenstände tadellos scharf gesehen werden, nicht aber weiter entfernte. Das kurz-
sichtige Auge ist also nicht "schlechter" als das normalsichtige, denn im Nahbereich kann es sogar überlegen sein. Zur
Verdeutlichung können wir das Auge mit einer Kamera vergleichen: Hornhaut und Linse bilden das Objektiv, die Netzhaut
entspricht dem Film in der Kamera.

Ein kurzsichtiges Auge ist vergleichbar mit einer Kamera, deren Objektiv auf die Nähe eingestellt ist. Es hat einen größeren
Abstand von der Filmebene, als bei der Einstellung für Fernaufnahmen. Das selbe gilt für das kurzsichtige Auge: Auch hier
ist die Distanz Linse - Netzhaut größer als bei einem normalsichtigen Auge.


     Normalsichtiges Auge                                                        Kurzsichtiges Auge

   


Beim Sehen in kurzen Abstanden, wie beim Lesen, braucht der Kurzsichtige im Gegensatz zum Normalsichtigen nicht voll
zu akkommodieren (d.h. die Brechkraft der Augenlinse zu verändern), da er im Nahbereich ohnehin am schärfsten sieht.
Feinere Details kann ein Kurzsichtiger durch eine weitere Akkommodation (und somit kürzere Distanz) deutlicher sehen als
ein Normalsichtiger. Dagegen lässt sich ein scharfes Bild in der Ferne durch Akkommodation nicht erreichen.

Der Normalsichtige hat von Natur aus ein scharfes Bild, der Kurzsichtige braucht dazu eine Sehhilfe mit Zerstreuungs-
linsen, die bewirken, dass das Bild auf die Netzhaut fällt, während es ohne entsprechende Brillen- oder Kontaktlinsen-
Korrektion weiter vorn, vor der Netzhaut im Glaskörper des Auges, entsteht.

  Kurzsichtiges Auge mit Brillenkorrektur:

Lichtstrahlen aus der Ferne werden durch das Konkav-Brillenglas zerstreut, nach der Brechung durch Hornhaut
und Linse auf der Netzhaut als scharfes Bild fokussiert.


 

Tipps gegen Kurzsichtigkeit bei Kindern und Jugendlichen

Schon länger ist bekannt, dass bestimmte genetische Faktoren die Kurzsichtigkeit begünstigen. Eine noch größere Rolle spielt aber die Lebensweise: Wer sich als Kind wenig draußen aufhält und viel am Computer, Smartphone
oder über Büchern sitzt, der erhöht sein Risiko für eine Kurzsichtigkeit beträchtlich. Denn Sonnenlicht fördert die Ausschüttung des Botenstoffs Dopamin im Auge und das hemmt das übermäßige Augapfel-Wachstum.

Dabei schaut das Auge meist in die Ferne und nicht in die Nähe. Grundsätzlich sollten die Augen nicht zu lange mit Naharbeit
bei eingeschränkter Helligkeit- dazu zählen Lesen und die Beschäftigung mit Computern und Smartphones - belastet werden.
Zunehmende Beanspruchung des Auges im Nahbereich und die fehlende Helligkeit rufen einen Anpassungseffekt beim
Augenwachstum hervor. Studien haben gezeigt, dass bei 45 Minuten zusätzlichem Aufenthalt im Freien bei Tageslicht,
Kinder bereits zu 30% wenig häufig kurzsichtig wurden (China). Bei 80 Minuten sogar zur Hälfte (Taiwan).

Das taiwanesische Ministerium für Erziehung hat deshalb Richtlinien erlassen, dass Kinder täglich 120 Minuten im Freien
sein sollen. Lesen muss alle 30 Minuten für mindestens 10 Minuten unterbrochen und Tische entwickelt werden, bei denen
der Leseabstand grösser ist. Seit 2012 ist deshalb die Kurzsichtigkeit in der ersten Klasse bereits von etwa 50 auf 45%
zurückgegangen. Zuvor war sie jahrelang stetig gestiegen.